Die Geschichte der Fasnacht

Woher stammt der Fastnachtsbrauch

Um zu verstehen woher der Fastnachtsbrauch stammt, muss man weit in die Geschichte zurückblicken. Schon vor 5000 Jahren wurde ein ähnlicher Brauch im Zweistromland Mesopotamien, zwischen Euphrat und Tigris, zelebriert. Schon damals war es ein Grundsatz, das während dieses Festes beide Geschlechter und sogar Sklaven allen anderen gleichgestellt sind. Dies ist auch heute noch ein wesentlicher Kern aller Fastnachtsbräuche.

Ursprung im Mittelmeerraum

Im gesamten Mittelmeerraum findet man ähnliche Feste, welche vor allem im Frühling begangen wurden. Die Römer feierten die Saturnalien. Bei diesem Fest war ein ausgelassenes Gelage ein wesentlicher Bestandteil und die Anwesenden wurden mit Rosenblüten überschüttet. Aus diesem Brauch ging vermutlich das heute verwendete Konfetti hervor. Auch Umzüge mit verschiedenen Wagen waren bei den Römern bereits Gang und gebe.

Allerdings lassen sich aus den Terminen der Saturnalien und anderen Festen, kein Datum für die heutigen Feierlichkeiten ableiten. Zudem sind die Kostüme der Fastnacht und des Karnevals mit vielen anderen Bräuchen durchsetzt. Teilweise stammen diese aus dem keltischen Kulturkreis. So entstammen die heutigen Rasseln und Knarren wahrscheinlich dem Brauch, das Geister und Kobolde vertrieben werden sollten.

Die Fastnacht im Mittelalter

Die älteste Erwähnung eines Fastnachtsumzugs im Mittelalter stammt aus dem Jahr 1296. Schon damals wurde vom närrischen Treiben in der Stadt Speyer berichtet, welches der kirchlichen Autorität zu jener Zeit gar nicht wohlgefällig war. Fastelovend, so wird im Eidbuch von Köln dieser Brauch im Jahre 1341 bezeichnet. Schon damals gab es eine Art Verein, welcher von der öffentlichen Hand bezuschusst wurde. Dies wurde dann aber untersagt, da der Erzbischof sich gegen diese Tradition aussprach und seinen Einfluss bei den Stadtvätern geltend machte.

Reformation und Fastnacht

Die Fastnacht oder auch der Karneval im Mittelalter geht stark auf die augustinischen Lehren zurück. An diese lehnt sich auch heute noch der Karneval in Venedig an. Seit der Reformation wurden viele Bräuche infrage gestellt. So wurden in einigen protestantischen Gegenden viele der Karnevalssitten wieder abgeschafft oder einfach vergessen, da die vorösterliche Fastenzeit hier keine Rolle spielte. Erst seit dem frühen 19. Jahrhundert, in einer Zeit als die Handwerkerzünfte die Ausrichtung des Karnevals übernahmen, kamen diese Bräuche wieder zum Vorschein. Vor allem im Köln erlebte die Fastnacht eine Renaissance. Der berühmte Ausruf “Kölle Alaaf” wurde übrigens als Trinkspruch für den späteren König Friedrich Wilhelm IV geboren.

Bis heute haben sich Fastnachtsbräuche in ganz Deutschland und Europa erhalten. Immer noch trägt der Karneval eine katholische Mentalität. Trotz dieser Tatsache findet der Karneval auch in protestantischen Gegenden immer noch statt.

Go to top